Angebote der Pflege
NADA-Akupunktur
Ergänzend zu unseren therapeutischen Angeboten bieten unsere speziell geschulten Pflegekräfte die Ohrakupunktur nach dem NADA-Protokoll (National Acupuncture Detoxification Association) an. Diese standardisierte Methode wurde gezielt für Menschen in psychischen Krisen-, Stress- und Veränderungsprozessen entwickelt und hat sich in der Psychosomatik weltweit bewährt.
Beim NADA-Protokoll werden feine, sterile Akupunkturnadeln (oder alternativ schmerzfreie Magnetkügelchen) an fünf präzise definierten Punkten auf beiden Seiten des Ohrs gesetzt.
Unsere Schwerpunkte und die Wirkung in der Psychosomatik:
- Sofortige vegetative Stabilisierung
- Linderung von innerer Unruhe und Angst
- Verbesserung der Schlafqualität
- Suchtdruck- und Craving-Reduktion
Der pflegerische Ansatz: Die Behandlung findet meist in einer ruhigen Gruppenatmosphäre statt. Das Besondere am NADA-Protokoll ist, dass es nonverbal funktioniert – Patient*innen müssen nicht über ihre Probleme sprechen, um Entlastung zu erfahren. Unser geschultes Pflegepersonal begleitet diesen Prozess achtsam und sorgt für einen geschützten Rahmen.
Aromapflege
In der Psychosomatik betrachten wir Körper und Seele als Einheit. Unsere speziell geschulten Pflegekräfte setzen die Aromapflege daher gezielt ein, um den Genesungsprozess auf seelischer und körperlicher Ebene ganzheitlich zu unterstützen.
Ätherische Öle wirken direkt auf das limbische System im Gehirn – das Zentrum unserer Emotionen. Dadurch können wir therapeutische Prozesse pflegerisch optimal begleiten.
Unsere Schwerpunkte in der psychosomatischen Aromapflege:
- Regulationshilfe bei Stress und Anspannung
- Ressourcenaktivierung und Stimmungsaufhellung
- Körperwahrnehmung und "Erdung"
- Schlaf- und Rhythmusförderung
Sicherheit durch Fachkompetenz: Gerade in der Psychosomatik triggern Düfte auch tiefe Erinnerungen. Unsere geschulten Pflegekräfte wählen die Essenzen daher stets in enger Absprache mit den Patient*innen aus, überwachen die Wirkung sensibel und passen die Dosierung individuell an.
Skillstraining
Wenn Emotionen wie Angst, Wut, Trauer oder innere Anspannung so intensiv werden, dass sie kaum noch erträglich sind, droht oft der Verlust der Selbstkontrolle. Hier setzt unser pflegerisch geleitetes Skillstraining an.
Unter „Skills“ (Fertigkeiten) verstehen wir bewusste Strategien und Handlungen, die Patient*innen dabei helfen, extremen Stress abzubauen, ohne sich selbst oder anderen zu schaden. Ziel ist es, die eigene Gefühlswelt wieder steuerbar zu machen.
Unsere Schwerpunkte im pflegerischen Skillstraining:
- Krisenbewältigung bei Hochanspannung
- Achtsamkeit im Alltag (Mindfulness)
- Stresstoleranz und Emotionsregulation
- Umgang mit Gefühlen im Alltag
Unser pflegerischer Ansatz: Unser geschultes Pflegepersonal leitet das Skillstraining sowohl im Gruppen- als auch im Einzelsetting an. Wir begleiten die Patient*innen aktiv beim Ausprobieren der Techniken, analysieren gemeinsam schwierige Situationen (Verhaltenskettenschulung) und unterstützen sie dabei, die neu erlernten Fähigkeiten fest in ihren Alltag zu integrieren.
Krisengespräche und pflegerische Akutbegleitung
Psychische Krisen halten sich nicht an Therapiepläne – sie entstehen oft plötzlich im Alltag auf Station. In Momenten akuter emotionaler Überforderung, tiefer Verzweiflung, Panik oder schwerer Anspannung steht unser geschultes Pflegepersonal bereit, um Patient*innen durch gezielte Krisengespräche emotional aufzufangen und zu stabilisieren.
Unsere pflegerische Krisenintervention ist keine klassische Psychotherapie, sondern eine strukturierte, entlastende Akuthilfe im Hier und Jetzt.
Unsere Schwerpunkte in der pflegerischen Krisenbegleitung:
- Schaffen von Sicherheit und Halt
- Emotionale Entlastung (Ventilfunktion)
- Fokus auf das Hier und Jetzt (Reorientierung)
- Gemeinsame Lösungssuche und Handlungsfähigkeit:
Unser pflegerischer Ansatz: Krisengespräche erfordern von unseren Pflegekräften ein hohes Maß an Fachkompetenz, Empathie und professioneller Distanz. Wir erkennen Frühwarnzeichen von Krisen, reagieren deeskalierend, schätzen Gefährdungslagen (wie Selbstverletzungs- oder Suizidgedanken) fachgerecht ein und arbeiten dabei in enger, interdisziplinärer Abstimmung mit dem ärztlichen und therapeutischen Team.
Pflegebezogene Ernährungs- und Suchtgespräche
Ernährungsstörungen (wie Binge-Eating, Magersucht oder Bulimie) sowie Substanzkonsum (z. B. Alkohol, Medikamente, Nikotin) sind in der Psychosomatik häufig eng mit der emotionalen Regulation verknüpft. Unser geschultes Pflegepersonal bietet in diesem sensiblen Bereich begleitende Ernährungs- und Suchtgespräche an, um den therapeutischen Prozess im Alltag praktisch zu unterstützen.
Wichtiger fachlicher Hinweis: Unsere pflegerischen Gespräche dienen der Stabilisierung und Reflexion im Rahmen einer psychosomatischen Gesamtbehandlung. Eine manifeste Abhängigkeitserkrankung (Sucht) oder eine schwere, akute Essstörung darf für die Aufnahme in unserer Einrichtung nicht die primäre Hauptdiagnose sein. Die Betroffenen müssen für unser psychosomatisches Setting ausreichend stabilisiert und im Falle einer Sucht bereits erfolgreich entgiftet sein.
Unsere Schwerpunkte in der pflegerischen Beratung:
- Erkennen von Funktionen und Triggern
- Praktischer Transfer und Strukturierung
- Umgang mit Rückfällen und Suchtdruck
- Motivation und Eigenverantwortung
Unser pflegerischer Ansatz: Wir begleiten Patient*innen engmaschig bei den täglichen Herausforderungen abseits der Therapieräume. Unsere Pflegekräfte sind darin geschult, manipulative Verhaltensweisen oder heimlichen Konsum sensibel, aber klar anzusprechen (Konfrontation in der Pflege) und arbeiten dabei in ständiger, enger Rücksprache mit dem ärztlich-therapeutischen Team.
PMR und pflegerisch geleitete Entspannungsverfahren
Chronischer Stress, Ängste und psychosomatische Beschwerden führen bei vielen Patient*innen zu einer dauerhaften, oft unbewussten Muskelanspannung. Unser geschultes Pflegepersonal bietet hier mit der Progressiven Muskelrelaxation (PMR) und weiteren Entspannungsmethoden ein wirksames Werkzeug zur körperlichen und seelischen Selbstregulation an.
Das Prinzip der PMR basiert darauf, dass durch das bewusste, kurzzeitige Anspannen und anschließende tiefe Loslassen bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung im gesamten Körper und Geist erreicht wird.
Unsere Schwerpunkte im Bereich Entspannung und PMR:
- Gezielter Abbau von Stress und innerer Unruhe
- Verbesserung der Körperwahrnehmung
- Schmerzlinderung und Entlastung
- Begleitende Entspannungsmethoden
Unser pflegerischer Ansatz: Wir leiten die Entspannungsgruppen fachgerecht an und achten auf eine geschützte, ruhige Atmosphäre. Da Entspannung bei manchen psychosomatischen Patient*innen auch ungeahnte Emotionen oder Ängste freisetzen kann (sogenannte entspannungsinduzierte Angst), begleiten unsere Pflegekräfte diesen Prozess hochsensibel. Wir führen Vor- und Nachgespräche und helfen dabei, die Übungen als festes Ritual in den Alltag zu integrieren.
Achtsamkeitstraining
Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten – und diesen neugierig und vor allem bewertungsfrei wahrzunehmen. Für Menschen mit psychosomatischen Beschwerden ist dies eine Schlüsselkompetenz, um aus quälenden Grübelschleifen, Zukunftsängsten oder der ständigen inneren Abwertung auszusteigen.
Unser geschultes Pflegepersonal integriert Achtsamkeitsübungen fest in das Gruppenangebot und den Stationsalltag, um die Selbstwahrnehmung und psychische Widerstandskraft (Resilienz) der Patient*innen zu stärken.
Unsere Schwerpunkte in der pflegerischen Achtsamkeitspraxis:
- Unterbrechung des "Gedankenkarussells"
- Achtsamkeit im Stationsalltag (Alltags-Achtsamkeit)
- Emotionsregulation ohne Flucht
- Frühwarnsystem für Stress
Unser pflegerischer Ansatz: Wir vermitteln Achtsamkeit praxisnah und lebensfeindlich. Unsere Pflegekräfte leiten die Übungen nicht nur in Gruppen an, sondern nutzen unvorhergesehene Stressmomente im Stationsalltag für kurze, angeleitete "Achtsamkeits-Pausen". Wir reflektieren die Erfahrungen gemeinsam und unterstützen die Patient*innen dabei, eine regelmäßige, liebevolle Achtsamkeitspraxis als Schutzschild für ihre seelische Gesundheit zu entwickeln.

