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FACHKLINIK ALLGÄU

 

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Sport- und Physiotherapie


Bewegung und körperliche Aktivität sind fester Bestandteil jeder psychosomatischen Therapie. Durch Sport und Bewegung lassen sich gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensieren und regenerieren.

Wenn Sie fitter und beweglicher sind, wird das nicht nur zu einem besseren körperlichen Befinden führen. Angemessener Sport wird Ihnen auch helfen, Depressionen, Schmerzerkrankungen und Angststörungen besser zu bewältigen und ihr Wohlbefinden zurückzugewinnen.

Ein verbesserter Stoffwechsel und muskuläre Stabilität und Fitness haben zusätzlich Wirkung auf die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie z.B. Übergewicht, Rückenschmerz, hoher Blutdruck.

Sport- und Bewegungstherapie

1. Sporttherapeutische Basistherapie

Jeder Patient, erhält nach anfänglicher medizinischer Untersuchung und sporttherapeutischer Anamnese  einen individuellen  sporttherapeutischen Wochenplan.
In einem  Basisplan nehmen unsere Patienten jeden Morgen (5x/Woche) am 30-minütigen Frühsport teil. Hinzu kommt indikationsspezifische  Bewegungstherapie (1x/Woche). Diese spezielle Bewegungstherapie beinhaltet  Übungen zur Spannungsregulation, Verbesserung des Körpergefühls, Verbesserung der Gemeinschaftsbeziehung, der Rhythmusfähigkeit und der Entspannungsfähigkeit.

Der individuelle Therapieplan kann  mit folgenden Bausteinen ergänzt werden

  • Atemgymnastik, Qi-Gong, Tai-Qi,  
  • Nordic Walking
  • Wanderung
  • Gerätetraining
  • Ergometertraining
  • Sportspiel
  • Tanztherapie
  • Atemgymnastik, Qi-Gong
  • Ergometertraining
  • Nordic Walking
  • Gerätetraining (Zirkeltraining)
  • Wandern
  • Sportspiele
  • Tanztherapie

Atemgymnastik/QiGong

Psychoedukativ soll den Patienten der Zusammenhang zwischen Bewegung, Atmung und Psyche durch Wahrnehmungsaufgaben und gymnastische Übungen nahe gebracht werden. Dabei richtet sich das Augenmerk z.B. auf die spezifische Atmung des Depressiven, auf Phänomene wie „paradoxe Atmung“, „flache Atmung“, Atmung in den unterschiedlichsten Lebenssituationen: beim Lachen, Weinen, Husten oder dem Einfluss von Angst. Diese spezielle Gymnastik hat insbesondere für Patienten, die Spannungszustände wahrnehmen und regulieren lernen sollen, eine sehr hohe Alltagsrelevanz.

 

 

 

Ergometertraining

Das Ergometertraining wird gezielt zur Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit genutzt. Ein moderat betriebenes Ausdauertraining hat nachweislich antidepressive und angstlösende Effekte (55) und wird deshalb besonders bei Patienten mit depressiven und/oder ängstlichen Symptomen eingesetzt. Darüber hinaus stellt die Ausdauer einen Stützpfeiler der körperlichen Fitness dar und dient der Prävention und Rehabilitation verschiedenster internistischer Erkrankungen.

Nordic Walking

Nordic Walking bietet die Möglichkeit für ein moderates Ausdauertraining. Beim Nordic Walking ist über 90 % der Gesamtmuskulatur im Einsatz und bietet dadurch ein Trainingsfeld für den gesamten muskuloskelettalen Bereich. Hinzu kommt die Besonderheit des Naturerlebnisses. Durch sportliche Aktivität im Freien kann die Natur mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Weitere positive Effekte zeigen sich im Abbau von Spannung. Über das Erleben eines miteinander-in-Bewegung-Seins wird außerdem das „Wir-Gefühl“ positiv beeinflusst, wodurch der häufigen Tendenz der Patienten zum sozialen Rückzug entgegengewirkt wird.

Gehen wirkt positiv auf das Denken und stärkt die Handlungskompetenz der Patienten. Wer geht, bewegt sich bereits einen Schritt nach vorne. Der Alltagstransfer gelingt bei dieser Intervention besonders gut, da Nordic Walking ohne großen Aufwand zu Hause weiter betrieben werden kann.

Gerätetraining (Zirkeltraining)

Gerätetraining stellt einen bedeutenden Pfeiler in der psychosomatischen Rehabilitation dar. Zum einen ist bei Patienten mit einer ausgeprägten „Opferhaltung“ oder im Zustand der „erlernten Hilflosigkeit“ eine antidepressive Wirkung belegt. Zum anderen profitieren besonders Patienten mit einer Taumafolgestörung von der unmittelbar erlebbaren Erfahrung, sich im Muskelaufbautraining einer Kraft entgegenzusetzen und etwas zu bewirken ((Selbst-)Wirksamkeit).

Die Therapeuten erarbeiten gemeinsam mit dem Patienten einen individuellen Zirkeltrainingsplan, der den Patienten in die Lage versetzen soll, zukünftig selbständig zu trainieren, um so den Einfluss auf die Eigenverantwortung der Patienten zu unterstützen.

Wandern

Therapeutisch genutztes Wandern zielt besonders auf Spannungsregulation ab. Natur wird als Ort der Ruhe und der Gelassenheit erfahren. Wandern als therapeutische Maßnahme besitzt eine hohe Alltagsrelevanz für unsere Patienten. Schwerpunkte können die Kommunikation nach innen oder außen sein: sowohl meditative Aspekte, als auch das Erleben des miteinander-in-Bewegung-Seins können vom Fachtherapeuten gezielt eingesetzt werden.

Inhalte können außerdem sein: Fotospaziergang, Rücksichtnahme/soziale Kompetenzen (es gibt KEINE Belastungseinteilung!), die Notwendigkeit von Pausen zwischen Belastungen, innehalten, barfuß über die Wiese oder durch Wasser gehen, Wahrnehmungslenkung (riechen, schauen, tasten/fühlen).

Auch Aspekte der sozialen Vernetzung und Gemeinschaft spielen insbesondere für Patienten mit Depressionen, einer Angsterkrankung oder Traumafolgestörung eine große Rolle.

Sportspiele

Beim Sportspiel geht es um Kommunikation und Interaktion in der Gruppe, um Freude an der Bewegung und am Miteinander. Im Unterschied zur Bewegungstherapie kommen verstärkt sporttherapeutische Mittel zum Einsatz, es geht z.B. um die Übernahme von Rollen im geschützten sozialen Rahmen innerhalb von körperlich anspruchsvollen Sportspielsituationen (z.B. Teamsprecher etc.). Inhaltlich kommen z.B. Laufspiele und Spieltechnik zum Einsatz.

Tanztherapie

Integrative Tanztherapie ist eine „kreative körperpsychotherapeutische Form der Behandlung. Sie fördert mithilfe des Mediums Tanz die psycho-physische Integration des Menschen“. Der therapeutischen Arbeit liegt das Konzept des Leibes mit den Fähigkeiten Perzeption, Memoration, Reflexion und Expression zugrunde. Die Wahrnehmung des Körpers und der Bewegung sowie der emotionale Ausdruck sind zentral. Über den Tanz lernen die Patienten den eigenen Körper und die eigene Bewegungsweise kennen. Sie spüren ihre Strukturen in Haltung und Bewegung auf und können diese u.a. über die Erweiterung des Bewegungsrepertoires verändern. Tanz und Musik fördern die positive Einstellung zum Körper und zur Bewegung, und können eine verbesserte psychische Befindlichkeit induzieren.

2. Erlebnisaktivierende Therapie

Für diesen intensiven und sehr wirksamen Ansatz setzen wir erlebnisaktivierende Verfahren wie Lama-Wanderung, therapeutisches Klettern, Bogenschießen, Radwandern, Bergwandern und Schneeschuhwandern ein. Sie ermöglichen unmittelbare Neuerfahrungen mit sich selbst und der jeweiligen Bezugsgruppe.

  • Therapeutisches Bogenschießen
  • Therapeutisches Klettern
  • Bergwandern / Schneeschuwander

Therapeutisches Bogenschießen

Beim Bogenschießen geht es darum, sich mit einem sicheren Stand in aufrechter Haltung in entspannter Ruhe auf ein Ziel hin auszurichten und durch eine einzige einfache, aber koordinierte Bewegung seinen Pfeil zum Ziel zu schicken. Erdung, Ruhe, Konzentration und mit etwas Übung auch Zuversicht und Gelassenheit können geübt und erfahren werden. Insofern kann gerade das Bogenschießen ein tiefgreifendes Erlebnis von körperlicher und mentaler Synthese ermöglichen, Patienten erleben ihre eigene Wirksamkeit trotz ihrer Überzeugung, körperlich und/oder psychisch beeinträchtigt zu sein.

Diese erlebnisorientierte Therapieform eignet sich besonders für Patienten mit somatoformen Schmerzstörungen. Aber auch Patienten mit anderen Formen somatoformer Störungen erleben ihre eigene Handlungs- und Leistungsfähigkeit und können davon profitieren. Daher wird das therapeutische Bogenschießen auch Patienten mit Angststörungen und insbesondere solchen mit Traumafolgestörungen gerne verordnet.

Therapeutisches Klettern

Klettern ist eine weitere erlebnisaktivierende Therapieform, die stark durch das eigene Handeln, sowohl als Kletterer als auch als Sichernder für den Kletterer wirkt. Koordination, Kraft und Ausdauer werden trainiert während die Patienten sich auf den Kletterparcours ihrer Wahl konzentrieren und ihn gemeinsam bewältigen. Neben der Herausforderung an die eigene Person ist insbesondere das Miteinander eine intensive Erfahrung, die sowohl das Vertrauen in sich selbst als auch in den Anderen stärkt.

In der Konzentration auf die gewählte Kletterstufe treten die somatisierten Einschränkungen in den Hintergrund, aber auch Ängste können überwunden und die Wahrnehmung für das unmittelbare Handeln geschärft werden. Insofern eignet sich das therapeutische Klettern gleichermaßen für Patienten mit Ängsten, Depressionen und somatoformen Störungen. Aber auch Patienten mit Traumafolgestörungen und sogar Trauernde können erheblich von diesem Angebot profitieren.

und der Gruppenerfahrung die Gelegenheit zur Beruhigung, Wahrnehmung und Besinnung.

Daher können in der Praxis alle Diagnosegruppen, besonders aber Patienten mit Depressionen von diesem erlebnisaktivierenden Angebot profitieren.

Bergwandern / Schneeschuwandern

Die therapeutischen Aspekte einer Wanderung  wurden bereits beschrieben. Für unsere konditionell belastbaren Patienten fördert eine Bergwanderung oder eine Schneeschuhwanderung in unserer herrlichen allgäuer Landschaft zusätzliche Erlebnisse und  Erfahrungen ( Glücksgefühle). Neben den konditionellen Fähigkeiten, steigt vor allem das Selbstbewusstsein und  das Selbstwertgefühl. Bereits die einmalige Teilnahme verspricht ein Erlebnis.

Physiotherapie

Physiotherapeutische Anwendungen in der Psychosomatik sind eine Behandlung des Patienten in seiner Gesamtheit von Körper, Geist und Psyche. Sie ermöglicht in einem geschützten Rahmen die individuelle Erfahrung von Struktur, Halt, Balance, Ruhe und Selbstwirksamkeit und trägt durch die konkrete und bewusste Auseinandersetzung mit dem Körper und seinen Signalen zu einem verbesserten Körperbewusstsein bei.


Schon einige Redensarten deuten darauf hin, dass körperliche Beschwerden auch mit den seelischen Befindlichkeiten eng miteinander verbunden sind: „ schwer zu tragen haben“, „Rückgrat beweisen“ zeigen die Verbindung zwischen Psyche und Körperspannung. Stress, Ängste, Ärger oder Frust sorgen für Verspannungen in der Muskulatur, die dann unterschiedlichste Schmerzen verursachen.
 

Die Einstellung zum eigenen Körper und die eigene physische Identität, auch und gerade in ihren Grenzen, können wahrgenommen werden, was besonders bei Patienten mit Schmerzen und somatoformen Störungsbildern einen weiteren Verständniszugang eröffnet.
Physiotherapie hat das Ziel körperliche Funktionen zu erhalten, wieder herzustellen oder neu zu entwickeln. Spezielle Ausbildung in  z.B. Manuelle Therapie, Brügger Therapie und Mc Kenzie werden unterstützen die Therapie.

 

Methoden der Physiotherapie

Physiotherapie kommt in der Einzelbehandlung aber auch in der Gruppe zum Einsatz. Vor allem in der Einzelbehandlung wird darauf geachtet, Wechsel des Physiotherapeuten zu vermeiden, was für die Vertrauensbildung zwischen Patient und Therapeut wichtig ist.
 

Einzelphysiotherapie Gruppenphysiotherapie

 

  • Spezielle Einzelphysiotherapie
  • Atemtherapie
  • Allgemeine Mobilisation und funktionelles Training
  • Schwindel- und Gleichgewichtstraining
  • Beckenbodengymnastik, Wirbelsäulengymnastik, Osteoporosegymnastik , Rücken-Fit

Ausstattung

Für die Umsetzung der komplexen Therapieprogramme der Physiotherapie und Sporttherapie werden die klimatischen und landschaftlichen Gegebenheiten des Umfeldes der Klinik konsequent genutzt. Für spezifische Anwendungen sowie für die Verbesserung des körperlichen und psychischen Allgemeinzustandes werden folgende Räumlichkeiten und Gelände vorgehalten:

  • große Sporthalle
  • Gymnastikräume
  • Gymnastikraum für Zirkeltraining mit Krafttrainingsgeräten, welche dosiertes und isoliertes Muskelaufbautraining ermöglichen
  • Fahrradergometer mit zu dosierender Wattzahl und Herzfrequenzkontrolle
  • Nordic-Walking-Ausrüstung
  • Sportplätze (Volleyball, Tennis, Basketball)

Ihr Ansprechpartner

Ralf Dörhöfer

Dipl. Sportlehrer
Leitung Physiotherapie, Physikalische, Sport und Ergotherapie
E-Mail: ralf.dörhöfer@fachklinik-allgaeu.de