Psychosomatische Pneumologie

Patienten mit Atemwegserkrankungen leiden meist an mehr oder weniger ausgeprägter Atemnot, und diese wiederum geht oft mit Angst, zuletzt vor dem Ersticken, einher.

Die sehr umfangreiche moderne Diagnostik in der Pneumologie ist einerseits ein Segen, andererseits führt sie nicht selten dazu, dass ohnehin kranke Patienten sich durch immer weitere Untersuchungen und Befunde noch kränker fühlen.

Hinzu kommt, dass viele Patienten bei chronischen Atemwegserkrankungen bei jedem Arztbesuch immer wieder mehr, neue und immer stärkere Medikamente erhalten. Da aber die bronchial erweiternden Medikamente im vegetativen Nervensystem den Sympathikustonus erhöhen, machen sie den Patienten unruhig, nervös und ängstlich und erzeugen den Teufelskreis Atemnot > Angst > vermehrte Atemnot > vermehrte Angst > noch mehr Atemnot usw., der zuletzt oft im Notarzteinsatz mündet.

Im Rehabilitationskonzept unserer psychosomatischen Pneumologie steuern wir dieser Entwicklung gegen. Wir schöpfen alle Möglichkeiten eines integrierten rehabilitativen und ganzheitlich psychosomatischen Therapiekonzepts aus.

Wichtig ist, den Patienten Mut zu machen, Hoffnung auf Besserung zu geben und damit einen Schritt in Richtung Heilung zu gehen. Ziel ist es, dass unsere Patienten lernen, GUT mit ihrer chronischen Krankheit zu leben.

Medikamentöse Therapien (und damit deren z. T. ernsten Nebenwirkungen) werden so auf ein notwendiges Minimum reduziert. Operativ-interventionelle Therapieverfahren bleiben der wirklich letzte Schritt in einem ganzheitlich-psychosomatischen Therapiekonzept. Als Nebeneffekt dieses Konzepts sind auch weniger Großgeräteuntersuchungen und invasiv-endoskopische Untersuchungen nötig.

Dies verbessert zusammenfassend die Lebensqualität der Patienten und verringert den Ressourcenverbrauch im Gesundheitswesen.

Der alternative Therapieansatz

Wir versuchen als ersten Schritt dem Patienten zu helfen, dass er seine chronische und nicht mehr vollständig heilbare Krankheit als Teil seines Lebens und seiner Persönlichkeit integriert, dass er lernt damit umzugehen und damit zu leben und so die Angst vor der Krankheit verliert.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist also, dem Patienten die Angst zu nehmen.

Dies geschieht zuerst durch eine umfangreiche und verständliche Aufklärung über das Krankheitsgeschehen und eine ausführliche Schulung und Anleitung im Selbstmanagement der Erkrankung. Die so erreichte Selbstwirksamkeit und Selbstkontrolle der Krankheit verringert das krankheitsbezogene Angstniveau. Damit einher geht eine verbesserte Lebensqualität.

Gleichzeitig machen wir mit dem Patienten ein Expositionstraining, das heißt, wir begleiten ihn in die angstbesetzten Situationen. In beruhigender Gegenwart medizinischer Profis kann der Patienten so seine Grenzen kennen lernen, einschätzen und sich den Grenzen seiner respiratorischen Reserven angstfrei nähern.


Flankiert wird unser Therapiekonzept durch

  • Atem-Physiotherapie
    Optimierung von Atemmustern, Atemtechnik und Sekret-Elimination
  • Sport- und Bewegungstherapie
    Ökonomisierung aller Bewegungsabläufe, verminderte Anstrengung (und damit der Atemanstrengung) durch Steigerung der Kraftreserven, Ökonomisierung des Sauerstoff-Verbrauchs
  • Kreativtherapie
    innere psychische Konflikte und Traumatisierungen können so ausgedrückt werden. Das kann helfen, diese zu mildern und Lösungsansätze zu finden.
  • Körpertherapie
    verbessert Bewegungsabläufe und Körperhaltung mit dem Ziel einer effektiveren Atmung und besseren Alltags-Fitness.
  • Phythotherapie und andere naturheilkundliche Therapieansätze
  • psychotherapeutische Kurzintervention bei Bedarf
  • spirituelle Hilfen und ggf. Versuch einer spirituellen Neuorientierung

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