Unsere therapeutischen Angebote bauen auf einer diagnostisch erworbenen Arbeitshypothese auf, die mit Ihrer Hilfe erstellt wurde.
Nach unserem Selbstverständnis ist Therapie nur Mittel und Werkzeug, um mit Ihnen gemeinsam die notwendigen Schritte und Veränderungen zu beginnen. Daher stehen wir für einen therapeutischen Ansatz, der verschiedene Therapieschulen integriert. Unser Motto ist: "Die Therapie ist für Sie da, nicht Sie für die Therapie."

Die Therapie muss Ihnen folgen. Egal, wie gut ein Verfahren auch ist - wenn es Sie nicht anspricht, werden wir nicht viel erreichen. Daher ist es besser, aus verschiedenen Methoden auswählen zu können, um die bestmögliche Abstimmung zwischen Ihren individuellen Vorstellungen und dem Notwendigen zu gewährleisten. Insofern haben wir ausgehend von einem tiefenpsychologisch fundierten Ansatz, verhaltenstherapeutische, systemische, erlebnisorientierte, ergo- und körpertherapeutische Strategien integriert.
Die Auswahl der für Sie geeigneten Methoden mündet bei uns in verschiedene Behandlungspfade. Damit möchten wir Ihre
individuelle Therapie in einer möglichst reibungsarmen Organisation der Abläufe sicherstellen. Zum Einsatz kommen bei uns:

  • Einzelpsychotherapie - Sie haben bei uns einen Bezugstherapeuten, der Ihnen helfen soll, Ursachen und Lösungsmöglichkeiten Ihrer Erkrankung zu erarbeiten. Hier werden Ihre Ziele vereinbart und mit den anderen Angeboten vernetzt. Zudem findet hier auch die ständige Überprüfung Ihres Therapieverlaufes statt.
  • Gruppenpsychotherapie - Gruppen sind hochwirksame Instrumente, um sich mithilfe der Rückmeldung und der Anteilnahme Ihrer Mitpatienten neu zu orientieren und ungenutzte Möglichkeiten auszuprobieren, aber auch Unterstützung und Trost zu erfahren. Zugleich können auch Sie wesentliche Beiträge zu Wohlbefinden und Erkenntnis anderer leisten. Es ist nicht nur schön, Freunde zu haben, es ist auch schön, Freund zu sein. Wenn Wohlwollen, Lösungsbereitschaft und Humor das Grundklima bestimmen, treten Ängste vor Gruppen zurück und neue Perspektiven werden möglich.
  • Körpertherapie - Manche Patienten profitieren besser von der unmittelbaren Erfahrung, weniger vom gesprochenen Wort. Fühlen und Spüren gehören neben dem Verstehen zu den zentralen Wirkfaktoren jedes Erkenntnisprozesses. Dieser eher nonverbale Zugang ist der Schwerpunkt in diesem Angebot.
  • Tanztherapie - Auch diese Therapieform ist eher körperorientiert und nonverbal. Sie hat nichts mit einem Tanzkurs zu tun, auch wenn Bewegung eine große Rolle spielt. Sich und andere in verschiedenen Formen der Bewegung zu erleben, kann sehr innige und unmittelbare Erfahrungen ermöglichen, die zur Klärung und Orientierung beitragen.
  • Stabilisierungsarbeit - Manche unserer Patienten sind so stark von ihrer jeweiligen Symptomatik betroffen, dass ihnen ein normales Funktionieren nicht mehr möglich ist, geschweige denn eine aktive Teilhabe am Leben. In diesen Fällen müssen zunächst ausreichende Stabilität und innere Sicherheit zurückgewonnen werden. Erst danach kann die Beschäftigung mit den Ursachen der Symptomatik und die mögliche Bewältigung angegeangen werden.
  • Sporttherapie - Bewegung und körperliche Aktivität sind fester Bestandteil jeder psychosomatischen Therapie. Wenn Sie fitter und beweglicher sind, wird das nicht nur zu einem besseren körperlichen Befinden führen. Angemessener Sport wird Ihnen auch helfen, Depressionen, Schmerzerkrankungen und Angststörungen besser zu bewältigen und Ihr Wohlbefinden zurückzugewinnen.
  • Entspannungsverfahren - gehören ebenfalls zum Standard in psychosomatischen Kliniken. Viele unserer Patienten sind schon lange so stark unter (innerer) Spannung, dass sie Entspannung gar nicht mehr kennen - oder sich zumindest schwer tun, sich zu entspannen. Hier helfen unsere verschiedenen Entspannungstherapien, wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Tai Chi/Qi Gong. Da diese Techniken leicht erlernbar sind, können Sie Ihr Verfahren auch nach Ihrer Heimkehr weiter ausüben und so dem täglichen Stress wirksam begegenen.
  • Physikalische/Physiotherapie - Auch hier geht es um Entspannung, Lockerung und körperliches Wohlgefühl. Den Körper zu beruhigen und zu entkrampfen kann eine deutliche stabilisierende und beruhigende Wirkung haben. Hierdurch kann Kraft geschöpft werden, was letztlich den Gesamtprozess und Ihre Ziele unterstützt.
  • Vorträge/Seminare - Aufklärung und Information sind in unserem Verständnis zentrale Bestandteile eines Angebotes, das Ihre Mündigkeit und Selbstständigkeit unterstützen will. Daher gehört eine fortlaufende Vortragsreihe zu Ihren typischen Themen und Fragen zum festen wöchentlichen Therapieprogramm. Mit einem vertieften Verständnis für die jeweilige Symptomatik sind Bewältigung und Gesundung für Sie deutlich wahrscheinlicher möglich.
  • Sozialberatung - Mit Ihnen und dem interdisziplinären Team werden Möglichkeiten erarbeitet, wie es nach der Rehabilitation für Sie weiter gehen kann. Bei Bedarf werden die notwendigen Schritte dann von der Sozialberatung in die Wege geleitet. Dieses Angebot gilt insbesondere für Fragen rund um den Arbeitsplatz, wie innerbetriebliche Umsetzung, Umschulungsmöglichkeiten, stufenweise Wiedereingliederung etc., aber auch für andere Fragen wie z. B. Nachteilsausgleich bei Behinderung.
  • Ernährungsberatung - Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für dauerhafte Gesundheit. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit sich in Schulungen (z.B. zum Thema Diabetes oder Allergien) und Vortägen (z.B. Übergewicht, cholesterinbewusste Ernährung) über die Grundlagen einer ausgewogenen, angepassten Kost zu informieren. Diese Erkenntnisse können dann in unserer Lehrküche nach dem Motto "learning by doing" in die Praxis umgesetzt werden. Unser Motto ist: "Gesunde Kost schmeckt richtig gut". In Einzelgesprächen mit einem unserer Ernährungsberater können individuelle Anliegen bearbeitet und neue Strategien für den Ernährungsalltag erarbeitet werden.

In der Regel erhalten unsere Patienten aus dem Therapieangebot in der Summe ca. 25 Leistungen in der Woche, was ungefähr einem
„Halbtagsjob“ entspricht. Ein entscheidender Wirkfaktor ist unserer Erfahrung nach die Vernetzung der Patienten untereinander. Insofern spielen Gruppen und die menschliche Begegnung bei uns eine große Rolle. Schutz und Geborgenheit, aber auch Humor und Lebendigkeit sind zentrale Voraussetzungen für Offenheit und den Mut zur Veränderung.
Hierfür spielt bei uns auch die Pflege eine große Rolle. Ständige Ansprechbarkeit, Hilfe bei Krisen und lösungsorientierter Beistand
sind ihr besonderer Beitrag und sollen es Ihnen erleichtern, sich auf die verschiedenen Angebote einzulassen.
Bei praktisch allen Störungen, die in der psychotherapeutischen Medizin behandelt werden, handelt es sich aus unserer Sicht um Folgezustände. Sie stellen Reaktionen dar, die wir als Menschen auf verschiedene Stressoren zeigen können. Bei manchen der auftretenden Störungen können jedoch Intensität oder Dauer so gravierend sein, dass zunächst eine rasche Symptomentlastung notwendig ist (Stabilisierung). In diesen Fällen haben sich neben Aufklärung und Stützung besonders Kräftigung, Rekreation, tagesstrukturierende Maßnahmen und ein ausgewogenes Sport- und Bewegungsprogramm bewährt. Wann immer möglich,
wird sich unsere Arbeit jedoch auf die Einsicht in die auslösenden und unterhaltenden Bedingungen richten. Ein besonderes
Augenmerk liegt in diesem Rahmen auf Ihrem eigenen Beitrag zur Aufrechterhaltung, besonders aber zur Bewältigung der
jeweiligen Problematik (Sensibilisierung). Denn überall dort, wo Sie Eigenverantwortung übernehmen, ist es besonders aussichtsreich, Ursachen zu beeinflussen und, sofern möglich, zu beheben.