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Wie in jeder medizinischen Fachrichtung spielt auch in der Psychosomatik die zielgerichtete Diagnostik eine zentrale Rolle. Ohne begründete Diagnose keine geeignete Therapie. Den Schwerpunkten unserer Disziplin gemäß, gliedert sich die Diagnostik in körperliche und psychische Befunde. Zunächst steht in der Regel die (orientierende) körperliche Untersuchung im Vordergrund. Dabei ist besonders auf einen sinnvollen Einsatz der verschiedenen diagnostischen Möglichkeiten zu achten, weil nicht wenige unserer Patienten eine lange „Karriere“ hinter sich haben, in der viele diagnostische Befunde erhoben wurden. In diesen Fällen ist die Wiederholung von Untersuchungen eine unnötige zusätzliche Belastung. Insofern findet bei unseren Patienten eine (schonende) Basisdiagnostik Anwendung, die bei Auffälligkeiten jedoch umfassend erweitert werden kann.
Die Besonderheit in unserem Fach ist über die gewohnte Erhebung körperlicher Befunde hinaus die vorrangige Anwendung von psychometrischen und psychologischen Testverfahren. Diese Diagnostik dient zunächst einer ersten Einschätzung: Um welche Störung handelt es sich und wie stark ist sie aktuell ausgeprägt? Gibt es weitere psychische Auffälligkeiten (Komorbidität)? Wie stark ist das Ausmaß der Gesamtbelastung? Welche Ressourcen und Fähigkeiten liegen vor? Welche Behandlungsoptionen stehen im Vordergrund?
Neben dieser Bestandsaufnahme zielt unsere Diagnostik aber besonders darauf ab, die psychologischen Faktoren zusammenzutragen, die für die bestehende Problematik relevant sind. Zentrales Anliegen ist die Erstellung einer Arbeitshypothese, d. h. einer Erklärung, wie und wodurch die jeweilige Störung entstanden sein könnte und wodurch sie aufrecht erhalten wird. Hier spielt dann besonders die Zusammenschau von persönlichen und sozialen Faktoren eine Rolle (Bio-psycho-soziales Modell). Insofern ist diese Einschätzung ein Herzstück psychotherapeutischer Medizin. Sie stellt die Grundlage für die weitere Behandlungsplanung dar und ermöglicht uns die Entscheidung, von welchen Angeboten Sie am besten profitieren können. Besonders wichtig sind uns dabei Transparenz und Ihre Teilhabe, d. h. wir beziehen Sie in unsere Beobachtungen und Überlegungen mit ein. Das kann durchaus auch bedeuten, eine von uns aufgestellte Hypothese mit Ihrer Hilfe zu korrigieren. Denn nach unserer Überzeugung kann Erkenntnisarbeit und anschließende Veränderung nur gelingen, wenn Sie dazu bereit sind und dahinterstehen. Psychotherapie ist Teamarbeit von gleichberechtigten Partnern. Sie sind die Piloten, wir die Co-Piloten.
Zum Gelingen dieses Prozesses tragen sowohl die treffende Arbeitshypothese als auch eine tragende therapeutische Beziehung bei. Beides muss laufend überprüft werden, wofür ebenfalls diagnostische Tests zum Einsatz kommen. Mithilfe dieser Werkzeuge sollen also der Behandlungsverlauf und die Ergebnisqualität überprüft werden (Monitoring). Für Sie bedeutet das, viele Fragen zu beantworten, teilweise sogar schon vor Ihrer Anreise. Während Ihres Aufenthaltes tragen Sie mit Ihren Informationen wesentlich dazu bei, die Therapieangebote möglichst optimal an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Und sofern Sie dazu bereit sind, würden wir natürlich auch gerne weiterverfolgen, wie es Ihnen einige Zeit nach Ihrer Entlassung zu Hause geht. Denn nach unserer Auffassung sollen Sie sich nicht nur wohlfühlen, solange Sie bei uns sind, sondern letztlich ausschlaggebend sind für uns Ihre Stabilität und Ihr Wohlbefinden auf Dauer.
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